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Hüllweiher

Die sogenannten Hüllweiher oder Hülen stellen eine Besonderheit im Gebiet der Fränkischen Schweiz dar. Auf der ansonsten recht wasserarmen Hochfläche und den Karstgebieten entstanden diese Weiher teilweise durch natürliche Sackungen als Einbruchs-Dolinen, oft auch insbesondere in und um die Ortschaften (bereits seit dem Mittelalter) als künstlich angelegte Viehtränke, Löschwasservorrat usw. Auch heute noch bilden sich gelegentlich neue natürliche Hülen durch Sackungen und Einbrüche im karstigen Untergrund.

Hüle in Reipertsgesees im Juli 2019

Durch ihre Struktur aus (teilweise trockenfallender) Wasserfläche, dem Uferbereich sowie dem häufig vorhandenen Gehölzrand stellen sie wertvolle Feuchtlebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten dar. So finden sich neben vielen häufigeren Arten wie Erdkröte und Gras- und Grünfrösche auch Arten der Roten Liste wie Laubfrosch oder Kammolch bzw. vereinzelt Pflanzenarten wie die Blumenbinse. An das teilweise Trockenfallen vieler Hülen im Sommerhalbjahr sind die Amphibienarten mit ihrem Lebenszyklus hervorragend angepasst. Auch das dadurch begründete Fehlen von Fischen als natürliche Fraßfeinde der Laichstadien kommt den Amphibien, wie z.B. insbesondere dem Kammmolch, zugute.

trockengefallene Schwemm in Bronn (Pegnitz) im November 2011
Viele der früher existierenden Hülen sind bereits durch Bautätigkeit und Straßenerweiterungen aber auch (bis zur Regelung durch ein Verfüllungsverbot im Naturschutzgesetz) durch Verfüllungen in der Feldflur verschwunden. Weitere Beeinträchtigungen stellen der mögliche Nährstoffeintrag z.B. durch angrenzende, intensiv genutzte Flächen, Fisch- und Geflügelhaltung sowie die im Lauf der Jahre zunehmende Verlandung der Wasserfläche dar, die das Laichplatzangebot eines Hüllweihers allmählich verschlechtert.

(Lit.empf. Berichte ANL (20/1996) S.229-238 Kleingewässer in einer Karstlandschaft und ihre Bedeutung für den Naturschutz (REBHAN H., ALBRECHT S.)