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Kalkmagerrasen

Kalkmagerrasen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa: Im Frühjahr blühen Küchenschellen und Schlüsselblumen, später Karthäusernelken, Ochsenaugen, Skabiosen-Flockenblumen, Thymian, und viele mehr. Einen besonderen Reiz haben die prächtigen, aber ebenso empfindlichen und selten Orchideen, wie die Bienen-Ragwurz. Verstreut prägen oft einzelne größere Sträucher wie Weißdorne, Wacholder und Hundsrosen das Bild. Auch die Tierwelt ist hier besonders vielfältig, so finden sich sehr viele Schmetterlinge, Heuschrecken, verschiedene Wildbienen und eine Vielzahl weiterer Gliedertierarten, von denen wiederum viele Wirbeltiere wie Vögel und Reptilien abhängig sind.

In der Fränkischen Schweiz sind die Kalkmagerrasen auch als „Wacholderheiden“ fester Bestandteil des typischen Landschaftsbilds. Hier sind sie im Vergleich zu anderen Regionen noch etwas häufiger, sie sind aber in den letzten Jahrzehnten überall drastisch zurückgegangen.

Die Magerrasen finden sich auf nährstoffarmen Flächen, die in historischer Zeit durch die großräumige Beweidung flachgründiger, kalkreicher Böden entstanden sind. Für Ackerbau oder Heugewinnung zu ertragsarm, war die Beweidung eine unter den damaligen Bedingungen geeignete Nutzung. Aufgrund des technischen Fortschritts in der Landwirtschaft wurden im 19. und 20. Jahrhundert große Anteile dieser einst ausgedehnten Weidelandschaft entweder aufgedüngt und umgebrochen oder aufgeforstet, da der Bedarf an Wald nun höher war als an Weideflächen. Da eine Nutzung der ertragsarmen Magerrasen – oft auch in schwierigem Gelände – nur noch wenig lohnend war, wurden manche Flächen auch aufgegeben und verbuschten.

Doch weshalb sind die Magerrasen oft so artenreich? Durch die Nährstoffarmut und auch durch die schlechte Wasserversorgung der Böden, können konkurrenzstarke Arten nicht überhandnehmen und schwächere verdrängen, wodurch eine Vielzahl an Arten nebeneinander existieren kann. Viele Magerrasenarten sind echte „Hungerkünstler“ und kommen unter diesen extremen Bedingungen noch zurecht. Sie sind aber auch sehr lichtbedürftig und werden durch höherwüchsige Pflanzen, besonders Gehölze verdrängt. Deshalb braucht es den stetigen „Eingriff“ des Menschen, denn natürlicherweise würde auf den Flächen – wie fast überall in Deutschland – Wald wachsen.

Um die wenigen verbleibenden „Restflächen“ zu erhalten, muss die menschliche Nutzung fortgeführt bzw. durch eine gleichwertige Pflege ersetzt werden. Denn natürlicherweise würde auf den Flächen – wie fast überall in Deutschland – Wald wachsen. Zur Erhaltung der Magerrasen unterstützt der Landschaftspflegeverband die Beweidung unter anderem durch Entbuschungsmaßnahmen. Auf schwierigen Standorten veranlassen wir auch selbst eine Biotoppflege durch Beweidung oder lassen die Flächen mähen, falls es das Gelände zulässt.